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Zeno Baldegger schnupperte in Tokio an einer Medaille

Für die Schweizer Badminton-Cracks sind die Deaflympics in Tokio beendet. Zeno Baldegger vom BC Trogen-Speicher erreichte an den Weltspielen der Gehörlosen im Doppel an der Seite von Marvin Müller die Viertelfinals sowie im Einzel die Achtelfinals.

Endstation bedeutete für die Vertretung von Swiss Deaf Sport schliesslich das weltbeste Doppel aus Thailand. Die beiden Schweizer zeigten eine sehr gute Leistung und waren ziemlich nahe an einem Satzgewinn – der erste Durchgang ging äusserst knapp mit 19-21 verloren.

Ihr Meisterstück hatten sie im Achtelfinal gemacht, als sie sich gegen die Dänen durchsetzten – ohne ihr bestes Badminton zu zeigen. «Sie haben aber einen Weg gefunden, sich durchzukämpfen, weil sie den Sieg unbedingt wollten. Manchmal kommt es auch darauf an, wenn es sonst nicht wie gewünscht läuft», sagte Sabrina Zander.

Die Nationaltrainerin hatte auch im Einzel Grund zur Freude. Zeno Baldegger, Marvin Müller und Danny Müller überstanden allesamt die Gruppenphase und jeder des Trios gewann mindestens ein Spiel. In der ersten Runde der Direktausscheidung trafen dann leider Baldegger und Danny Müller aufeinander. Baldegger gewann das interne Duell und erreichte somit den Achtelfinal, wo er die Strapazen – auch aufgrund der Doppelpartien – langsam spürte und gegen einen starken Chinesen verlor.

Auch der Chinese erkannte Zeno Baldeggers Potenzial

«An jenem Tag lag einfach nicht mehr noch mehr drin für Zeno», bilanzierte Nationaltrainerin Sabrina Zander. Sie wand dem Europameister aber ein Kränzchen: «Er konnte voll an seine Leistungen von der EM anknüpfen. Er hat ein Riesenpotenzial, bei den Gehörlosen ganz vorne mitspielen zu können.» Dass dies keine subjektive Ansicht ist, zeigt die Phase unmittelbar nach Matchschluss: Der Chinese versuchte, trotz der Kommunikations-Barrieren, Baldegger zu erklären, dass er sehr gut gespielt habe.

Sabrina Zander zog am Schluss generell ein sehr positives Fazit: «Unsere Athleten haben sowohl im Doppel wie auch im Einzel überzeugt. Es konnte nicht unbedingt erwartet werden, dass alle drei die Gruppenphase überstehen. Alle haben erstmals in einer so grossen Halle gespielt und sind damit bestens umgegangen. Sie sind noch jung und es kommen viele weitere internationale Anlässe und sie haben hier sehr viele Erfahrungen gesammelt! Auch organisatorisch war alles super und sehr professionell aufgegleist.»