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Playoffchancen da, Ligaerhalt dort

Sowohl in der NLA als auch in der NLB kommt der BC Trogen-Speicher zu einem 5:3 und 3:5. Vor allem in der obersten Spielklasse haben die Einsätze der Ausländer grosse Bedeutung.

Die NLA-Meisterschaft geht in die entscheidende Phase. Während Trogen-Speicher praktisch immer mit dem gleichen Kader antritt, ist dies bei den Gegnern des Wochenendes anders. Der BC Zürich hatte für die Partie im Tal der Demut auch Personal aus Dänemark, Deutschland und England aufgeboten. Es entwickelte sich eine sehr attraktive und drei Stunden dauernde Partie mit spektakulären Aktionen und auch sehr spielstarken Schweizer Akteuren.

Unter den Augen der Regierungsrätin Susann Metzger (Vorsteherin Departement Bildung und Kultur) gingen drei Begegnungen über fünf Sätze und vier über vier Sätze. Für Trogen-Speicher war es die zweite Saisonniederlage – wieder gegen Zürich. Die drei Ausserrhoder Teilerfolge beim 3:5 gingen auf das Konto von Imka Putrama Arlin, Azkya Ruhanda und Mochamad Rehan Diaz/Nils Harzenmoser.

In zwei Zeitfenstern gemeldet

Gemäss den Vorgaben des Schweizerischen Verbandes darf nur ein einziges der acht Spiele eines Teams rein ausländisch besetzt sein. Im Falle von Trogen-Speicher belegte in der laufenden Saison diesen Platz stets der Indonesier Imka Putrama Arlin, die Nummer zwei. Als Ausländer gilt das deutsche Ehepaar Franziska und Patrick Volkmann. Dagegen sind Agung Ruhanda, seine Tochter Azkya sowie Mochamad Rehan Diaz und Tania Oktaviani Kusumah badmintontechnisch gesehen Schweizer. «Ausländer – und auch Schweizer – können nur dann spielen, wenn sie in den beiden Zeitfenstern vor der Vorrunde resp. vor der Rückrunde angemeldet sind», ergänzt Claude Heiniger, der Präsident des BC Trogen-Speicher. Aus dem Nichts einen Topspieler einzufliegen, geht also nicht.

Premierensieg für Zeno Baldegger

Druck in der hinteren Tabellenregion ist nicht vorhanden: Es gibt keinen Absteiger. Deshalb hatte Uzwil in den Partien drei Wochen zuvor auf den Dänen Victor Svendsen und die Holländerin Cheryl Seinen verzichtet und fünf Spielerinnen und Spieler mit Jahrgang 2005 bis 2010 eingesetzt. Das bedeutet Kosteneinsparung und Nachwuchsförderung – aber auch eine gewisse Wettbewerbsverzerrung. Gegen Yverdon-les-Bains und Lausanne gab es ein 0:8 und ein 1:7. An diesem Sonntag trat Uzwil zuhause gegen Trogen-Speicher stärker besetzt an. Erneut gingen drei Spiele über die volle Distanz. Die Ausserrhoder zeigten eine starke Leistung. Bemerkenswert war der Auftritt eines jungen Schweizers aus Speicher: Zeno Baldegger kam in seinem dritten NLA-Spiel zum ersten Sieg. Imka, Azkya Ruhanda, Diaz/Harzenmoser und Franziska Volkmann/Kusumah entschieden ihre Partien ebenfalls zu Gunsten der Gäste. Mit dem 5:3 im Derby übernahm Trogen-Speicher (25 Punkte) den zweiten Platz vor Yverdon-les-Bains (24) und Zürich (21). Auch das Team Argovia (18) besitzt Playoffchancen. Trogen-Speicher hat im Gegensatz zur Konkurrenz nur noch eine Partie vor sich (am 22. März beim Letzten Adliswil).

NLB-Team schafft Ligaerhalt

Auch in der NLB können bei identischen Regeln ausländische Akteurinnen und Akteure eingesetzt werden. Sie sind aber weniger zahlreich als in der obersten Spielklasse. Bei Trogen-Speicher kam an diesem Wochenende der Franzose Rafael Gavois beim 5:3 gegen Uster und beim 3:5 in Uzwil noch zweimal zum Zug. Er gewann sowohl am Samstag als auch am Sonntag sein Einzel wie das Doppel (an der Seite von Leander Züst). Nun reist Gavois nach Australien, um dort als Nachwuchstrainer und Sparringpartner zu wirken. Das Feld in der zweithöchsten Spielklasse ist einzigartig eng. Vier Mannschaften liegen punktgleich an der Spitze – darunter Trogen-Speicher. Das junge Team hat sich aller Abstiegssorgen entledigt.

Text: Lukas Pfiffner

Foto: Kurt Frischknecht