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Drei Siege und ein Unentschieden

5:3 und 4:4 in der NLA, 5:3 und 7:1 in der NLB: Wie sich die Spielerinnen und Spieler des BC Trogen-Speicher selber coachen

Badminton. Es gelte, die Aktionen des Gegners zu lesen. «Ich lasse meine Spieler zuerst einmal spielen. Wenn ich zwei, drei falsche Bälle und Entscheidungen sehe, sage ich etwas.» So äusserte sich Agung Ruhanda, Spielertrainer des NLA-Teams von Trogen-Speicher während der starken Heimpartie gegen Leader Lausanne. Die Coaches sitzen jeweils auf einem Schwedenkasten-Element, klatschen, nicken, loben, rufen.

Wenn der Gegner Schwächen zeige, gebe er Tipps. Im Coaching der Landsleute (Tochter Azkya, Mochamad Rehan Diaz, Imka Putrama Arlin und Tania Oktaviana Kusumah) spricht Ruhanda Indonesisch. Das Coaching anderer Spieler und Spielerinnen geschieht in sehr gutem Deutsch. Er wohnt seit 24 Jahren mit einem Unterbruch von 2018 bis 2022 in der Schweiz. Die einen müsse man ab und zu pushen, bei anderen sei Geduld wichtig, fügte er an. Es sei nicht einfach, Spieler zu sein und gleichzeitig zu coachen. «Du brauchst zwei Mindsets.» Kurz vor Schluss des ersten Herrendoppels verliess Ruhanda den Sitz als Coach, um sich auf die eigene Partie vorzubereiten. Patrick Volkmann übernahm. Während Ruhanda sich Dehnübungen widmete, macht sich auf dem Nebenfeld Zeno Baldegger bereit. «Imka, Coach!», sagte der Spielertrainer. Dieser schüttelte den Kopf: «Nein, Rafael.»

Sonntag: mehr umstrittene Partien

Der Franzose Rafael Gavois hielt sich nach der NLB-Partie vom Vormittag weiter in der Halle auf. Ruhanda und Volkmann waren Teil der spannendsten NLA-Begegnung des Samstags: die Einheimischen gewannen mit drei zu zwei Sätzen. Alle anderen Spiele gegen Lausanne gingen in drei Sätzen zu Ende. Die Westschweizer hatten an der Elite-Schweizermeisterschaft vier Titel geholt. Sie mussten aber auf ihre besten Damen verzichten, der Sieg ging zurecht mit 5:3 an Trogen-Speicher. Die Partie vom Sonntag bei Yverdon-les-Bains brachte mehr umstrittene Partien. Diaz/Ruhanda verloren ihr Doppel ebenso in fünf Sätzen wie Nils Harzenmoser sein Einzel. Imka und Azkya Ruhanda setzten sich in vier Sätzen durch – ebenso das gemischte Doppel mit Anic Metzger/Patrick Volkmann. Es sicherte Trogen-Speicher ein 4:4.

Von Klein auf gewöhnt

Oft sei der Trainer auch der Coach, sagte Vivien Schläpfer. «Aber er kann sich nicht teilen, wenn zwei Spiele gleichzeitig stattfinden.» Die 20jährige trat am Samstag mit dem NLB-Team gegen Zürich 2 an. Man sei sich das gegenseitige Coaching von Klein auf gewöhnt. Die ersten zwei Sätze hätten nicht sein müssen, meinte sie zu ihrer Partie. 0:2 lag sie da in ihrem Einzel zurück. «Spieltechnisch habe ich gewusst, was zu tun wäre. Aber ich war zu nervös.» Gecoacht wurde sie von Gavois. «In Englisch, das ist kein Problem.» Sie habe es gerne, wenn sie regelmässig Rückmeldungen bekomme, Aufmunterungen an sie gerichtet werden. «Da sind die Spielerinnen und Spieler verschieden.» Wie auch die Art des Coachings: Manche würden fast nach jedem Punkt einen Kommentar abgeben, andere nur punktuell. Sie selber coachte am Samstag das gemischte Doppel von Rafael Gavois/Adina Panza. Nach dem 5:3 vom Samstag gelang am Tag darauf gar ein komfortables 7:1 beim Letzten Uni Basel. Schläpfer spielte mit Madita Züst das Doppel und mit Leander Züst das gemischte Doppel.

Das NLA- und das NLB-Team von Trogen-Speicher liegen auf dem dritten Platz. Die nächsten Runden finden am 28. Februar und 1. März statt. Beide spielen zuerst zuhause (gegen Zürich resp. Uster); am Sonntag steht in beiden Ligen das Derby in Uzwil auf dem Programm.

Text: Lukas Pfiffner

Fotos: Kurt Frischknecht